Willkommen in der studiobühneköln!

Impulse

In kulturpolitischen Diskussionen hat man leider manchmal das Gefühl, dass Sachargumente zwar gehört, mitnichten aber umgesetzt werden. Deshalb hier einmal der Versuch einer eher naturwissenschaftlichen Perspektive:
Laut der Newtonschen Physik ist der Impuls eines Teilchens das Produkt aus seiner Masse und seiner Geschwindigkeit. Geschwindigkeit wiederum beschreibt eine zurückgelegte Wegstrecke in einer bestimmten Zeit. Über diesen einfachen physikalischen Zusammenhang sollten sich auch diejenigen nicht hinwegsetzen, die auf unterschiedlichen kulturellen Ebenen gerne Impulse einfordern und gleichzeitig darüber zu entscheiden haben, wie stark diese sein sollen. Denn der Impuls als Produkt ist natürlich umso größer, je größer seine beiden Multiplikatoren sind - also die Masse (nennen wir sie hier versuchsweise einmal "Haushaltsmittel") einerseits und die Geschwindigkeit (der Umsetzung) andererseits.
Zudem ist der Impuls eine so genannte „vektorisierte“ Größe, hat also eine bestimmte Richtung, ein Ziel. Ziele aber haben wir in dieser Stadt ja eine ganze Menge; nehmen wir als Beispiele nur die Umsetzung des Kulturentwicklungsplans, die Realisierung der Akademie der Künste der Welt, die konsequente Ausgestaltung des Theaterförderkonzeptes u.v.a.m. Eigentlich müssten  Politik, Verwaltung und andere nur die ganz einfache Newtonsche Physik anwenden, damit Köln das wird, was es verdient:
eine Stadt, von der große Impulse ausgehen.
In der studiobühneköln und anderen Theatern in Köln, Düsseldorf, Mülheim und Bochum sind ab Ende November übrigens Impulse zu Gast: genauer das Theater Festival Impulse mit herausragenden Produktionen aus dem deutschsprachigen Raum. Der künstlerischen Leitung des Festivals, Matthias von Hartz und Tom Stromberg, ist es gelungen, ein Programm zusammenzustellen, das die oben genannten Kriterien mehr als erfüllt und zu dem ich Sie ebenso herzlich einladen möchte, wie zu allen anderen Vorstellungen in der studiobühneköln.

Herzlich Willkommen in der studiobühneköln

Dietmar Kobboldt